Hamburg mit Hund: 12 Orte die Einheimische kennen
Es gibt tausende 'Hamburg mit Hund' Listen im Internet. Die meisten sind von Leuten geschrieben die einmal da waren und die Top-3 Google-Ergebnisse umformuliert haben. Hier ist eine von Leuten die hier wohnen, hier täglich Gassi gehen und die guten von den überlaufenen Ecken unterscheiden können.
1. Außenalster — Der Klassiker, aber richtig
Jeder kennt die Außenalster, aber die wenigsten wissen wo es wirklich gut ist. Die Standardrunde (einmal rum, 7 km) ist am Wochenende ab 10 Uhr überlaufen — Jogger, Radfahrer, Kinderwagen, Touristen. Für entspanntes Gassi gehen: morgens vor 8 Uhr oder abends nach 19 Uhr.
Die besten Stellen:
- Schwanenwik-Wiese (Uhlenhorst-Seite): Inoffizieller Hundetreff. Morgens spielen hier regelmäßig 10-20 Hunde. Die Wiese ist groß genug dass sich auch unsichere Hunde zurückziehen können.
- Harvestehude, Richtung Krugkoppelbrücke: Ruhiger als die Uhlenhorst-Seite, weniger Touristen, mehr Platz am Wasser.
- Winterhude, an der Barmbeker Straße: Hier gibt es eine verwilderte Ecke am Ufer die viele nicht kennen. Ruhig, etwas abseits.
Leinenpflicht: Offiziell ja, in ganz Hamburg außerhalb ausgewiesener Auslaufzonen. An der Alster wird es toleriert wenn dein Hund abrufbar ist und niemanden belästigt. Am Wochenende bei viel Betrieb lieber anleinen.
2. Jenischpark — Der unterschätzte Riesige
95 Hektar. Das ist fast so groß wie der Stadtpark, aber mit einem Bruchteil der Besucher. Alte Bäume, Hügel, verschlungene Wege, und ein Blick über die Elbe.
Warum er besser ist als sein Ruf: Viele meiden ihn weil sie denken es sei nur ein gepflegter Herrschaftsgarten. Ist es teilweise — aber der hintere Teil Richtung Elbe ist wild, hügelig und perfekt zum Toben. Morgens vor 9 Uhr hat man ganze Bereiche für sich.
Achtung: Im vorderen Bereich beim Jenischhaus sind regelmäßig Grillgruppen am Wochenende. Nicht ideal für futteraffine Hunde.
3. Elbstrand — Aber der richtige
Es gibt den touristischen Elbstrand (Övelgönne) und es gibt die Stellen die Hundemenschen kennen:
- Falkensteiner Ufer: Langer Naturstrand, weniger Touristen als Övelgönne. Hunde dürfen ins Wasser — aber Vorsicht, die Elbströmung ist nicht zu unterschätzen. Am Rand bleiben.
- Wittenbergen: Offizieller Hundestrand, eingezäunt. Dein Hund darf hier legal frei laufen und schwimmen. Sauber gehalten, mit Mülleimern und Kotbeutelstationen.
- Rissen, Richtung Wedel: Weniger bekannt, länger, ruhiger. Perfekt für lange Strandspaziergänge.
Jahreszeiten-Tipp: Im Sommer sind die beliebten Stellen voll. Im Herbst und Winter hat man den Strand fast für sich — und die meisten Hunde lieben das Wetter sowieso mehr als 30 Grad.
4. Stadtpark — Das Offensichtliche, trotzdem gut
Der Stadtpark ist der Central Park Hamburgs. 148 Hektar, große Wiesen, alter Baumbestand. Der Bereich nördlich des Stadtparksees (Richtung Saarlandstraße) ist am beliebtesten bei Hundebesitzern.
Insider: Die Wiese beim ehemaligen Freibad (am Südring) ist morgens fast leer. Große Fläche, eingefasst von Bäumen, perfekt für Hunde die Platz zum Rennen brauchen.
5. Öjendorfer Park — Wenn dein Hund rennen will
Zwei Seen, endlose Wiesen, Waldstücke. Unter der Woche ist hier fast niemand. Perfekt für Hunde mit viel Energie oder schlechtem Rückruf — die Flächen sind so groß dass Abstand kein Problem ist.
Parken: Kostenloser Parkplatz am Öjendorfer See. Von der U-Bahn (Billstedt) sind es 15 Minuten zu Fuß.
6. Niendorfer Gehege — Wald im Sommer
Wenn es heiß ist, geh hierhin. Unter den alten Buchen ist es immer 5-8 Grad kühler als in der Stadt. Dein Hund gräbt im Waldboden, schnüffelt an Wurzeln, und du schwitzt nicht.
Achtung: Damwildgehege im Park. Deinen Hund hier unbedingt anleinen wenn ihr in die Nähe kommt. Manche Hunde drehen durch wenn sie Wild sehen — und ein Zaun hält einen motivierten Hund nicht auf.
7-12: Sechs weitere für die Liste
- 7. Altonaer Volkspark: Offizielle Hundeauslaufzone. Eingezäunt, legal, gut für Rückruf-Training.
- 8. Boberger Dünen: Sanddünen in Hamburg. Buddel-Paradies. Naturschutzgebiet = Leinenpflicht.
- 9. Wilhelmsburger Inselpark: Seit der IGA 2013 wunderschön. Wenig bekannt, wenig Besucher.
- 10. Wandse-Grünzug (Wandsbek bis Rahlstedt): 8 km grüner Korridor entlang der Wandse. Perfekt für lange Spaziergänge.
- 11. Hammer Park: Klein, aber fein. Gut für eine schnelle Runde nach der Arbeit wenn du in der Nähe wohnst.
- 12. Planten un Blomen: Schön aber strenge Leinenpflicht. Eher für gemütliche Spaziergänge als zum Toben.
Praktisches
Hamburger Hundegesetz
Alle Hunde müssen registriert, gechipt und haftpflichtversichert sein. Für sogenannte 'gefährliche Rassen' und Hunde über 20 kg gelten zusätzliche Auflagen (Anleinpflicht, Sachkundenachweis). Die vollständige Liste steht auf der Website der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz.
Hundesteuer
90 Euro pro Jahr für den ersten Hund, 180 Euro für den zweiten. Anmeldung beim Bezirksamt. Ja, es wird kontrolliert.
Leinenpflicht
Generell gilt in Hamburg: Hunde müssen in der Öffentlichkeit angeleint sein, AUSSER in ausgewiesenen Auslaufzonen. In der Praxis wird das in Parks und an der Alster lockerer gehandhabt — solange dein Hund niemanden belästigt und abrufbar ist. Auf Spielplätzen, in Fußgängerzonen und an Badeseen ist es streng.
Hundekottüten
Überall mitnehmen. Hamburg hat ein echtes Problem mit Hundekot auf Gehwegen. Sei nicht Teil des Problems. Die Stadt stellt an vielen Stellen kostenlose Beutelspender auf — aber verlass dich nicht drauf.